BarCamp Session vorbereiten
So bereitest du deine erste BarCamp-Session vor
Du hast dich für dein erstes BarCamp angemeldet und jetzt kommt die Frage: Soll ich eine eigene Session anbieten? Die Antwort ist ein klares Ja! Hier erfährst du, wie du deine BarCamp-Session vorbereiten kannst. Eine eigene Session zu halten ist nicht nur eine großartige Möglichkeit, dein Wissen zu teilen, sondern auch der beste Weg, um echte Verbindungen zu knüpfen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du dich optimal vorbereitest.

Warum du unbedingt eine Session anbieten solltest
Viele BarCamp-Neulinge denken: "Ich bin noch nicht Experte genug." Das ist ein Irrtum. Du musst kein Guru sein, um eine wertvolle Session anzubieten. Manchmal sind die besten Sessions die, wo jemand ehrlich über seine Herausforderungen spricht und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.
Schritt 1: Das richtige Thema finden
Frag dich: Mit welcher Herausforderung beschäftigst du dich gerade? Welches Problem hast du kürzlich gelöst? Worüber könntest du eine Stunde lang sprechen, ohne Notizen? Das sind deine besten Session-Themen.
Beispiele für starke Session-Themen:
- "Preise kommunizieren ohne schlechtes Gewissen"
- "Kundenakquise über LinkedIn - was wirklich funktioniert"
- "Wie finde ich meine Zielgruppe?"
- "Sichtbarkeit für Solo-Selbstständige"
Schritt 2: Format wählen - nicht alles muss ein Vortrag sein
BarCamp-Sessions leben von Interaktion. Du hast verschiedene Möglichkeiten:
Diskussionsrunde: Du stellst eine Frage oder ein Problem vor und lässt die Gruppe diskutieren. Perfekt, wenn du selbst noch nach Lösungen suchst.
Impulsvortrag mit Diskussion: 15 Minuten Input von dir, dann 30 Minuten Austausch. Ideal, wenn du bereits Erfahrungen gesammelt hast.
Workshop: Praktische Übungen mit den Teilnehmenden. Besonders wertvoll für konkrete Tools oder Methoden. Du kannst hier auch gut eine Methode testen, ob sie funktioniert.
Fragerunde: Du bist Experte in einem Bereich und beantwortest Fragen der Teilnehmenden.
Schritt 3: Die BarCamp Session Vorbereitung - weniger ist mehr
Im Gegensatz zu klassischen Präsentationen brauchst du keine aufwendigen Folien. Ein einfaches Flipchart reicht völlig. Bereite dir vor:
- Drei bis fünf Kernpunkte, die du ansprechen möchtest
- Ein oder zwei konkrete Beispiele aus deiner Praxis
- Zwei bis drei Fragen, mit denen du die Diskussion anregen kannst
Mein Networking-Geheimnis: Das Notizbuch-System
Apropos Networking: Ich kann dir einen Tipp geben, der dein Networking auf BarCamps und anderen Veranstaltungen revolutionieren wird. Ich hatte lange nach einem System gesucht, wie ich die Visitenkarten während Netzwerkveranstaltungen ordnen könnte. Da hat man wenig Zeit und unzählige Menschen. Ich hatte schon alles Mögliche ausprobiert, aber nichts schien zu funktionieren, bis ich letztes Jahr die Fotografin Ann Sophie Detje traf.
Sie war anders. Nicht laut. Nicht schrill. Sie hatte ein Notizbuch. Einen Stift. Und ein Klebeband. Während wir redeten, nahm sie meine Visitenkarte, klebte sie in ihr Notizbuch ein, schrieb etwas daneben.
"Was machst du da?", fragte sie.
"Ich archiviere Menschen", antwortete ich mit einem Lächeln. Fast so, als hätte ich ein Beweismittel gesichert.
Sie war elektrisiert. Wie Sherlock, der gerade verstanden hat, warum der Hund nicht gebellt hat.
Zu Hause angekommen, durchsuchte sie ihre Schublade nach Notizbüchern. Fand eins. Klebte. Schrieb. Erinnerte sich. Nicht nur an Namen, sondern an Gespräche. Stimmen. Augenblicke.
Seitdem ist mein Notizbuch immer dabei. Wie ein zweites Gedächtnis. Handgeschrieben. Unverwechselbar. Wie die Menschen selbst.
Und das Lustige? Wenn du heute jemandem schreibst und dich an konkrete Gesprächsdetails erinnerst, sagen sie oft: "Du erinnerst dich wirklich an die Einzelheiten? Wow, das macht sonst keiner."
Stimmt. Weil die meisten nur Visitenkarten sammeln, aber die Menschen nicht merken. Netzwerken ist kein Visitenkarten-Sammel-Spiel. Du musst Menschen nicht fangen. Du musst sie verstehen. Wiedererkennen. Verknüpfen, dich an sie erinnern.
Probiere es bei deinem nächsten BarCamp aus - du wirst den Unterschied sofort merken.
Schritt 4: Der Sessionvorschlag - so überzeugst du
Bei der Sessionplanung hast du etwa eine Minute, um dein Thema zu pitchen. Halte es einfach:
"Hi, ich bin [Name] und beschäftige mich mit [Thema]. Ich möchte eine Diskussionsrunde zu [konkretes Problem] machen, weil [persönlicher Bezug]. Wer hat Lust?"
Beispiel: "Hi, ich bin Sarah und helfe Unternehmen bei ihrer Online-Sichtbarkeit. Ich möchte eine Diskussionsrunde zu 'LinkedIn-Posts, die wirklich gelesen werden' machen, weil ich selbst lange gebraucht habe, bis meine Posts funktioniert haben. Wer hat Lust?"
Du kannst im Vorfeld sehr konkret eine BarCamp Session vorbereiten, oder du schaust einfach spontan, zu welchem Thema du etwas anbieten möchtest.
Schritt 5: Während der Session - du bist Moderator, nicht Lehrer
Deine Aufgabe ist es, das Gespräch in Gang zu bringen und zu moderieren. Stelle Fragen, höre zu und bringe verschiedene Perspektiven zusammen. Die besten Sessions entstehen, wenn alle Teilnehmenden beitragen.
Was du unbedingt vermeiden solltest
- Stundenlange Monologe ohne Interaction
- Verkaufspräsentationen für deine Dienstleistungen
- Zu theoretische Inhalte ohne Praxisbezug
- Nervosität wegen "mangelnder Expertise" - deine Erfahrung reicht
Schritt 6: Nach der Session - Kontakte pflegen
Hier kommt mein Notizbuch-System zum Einsatz. Sammle nicht nur Visitenkarten, sondern notiere dir konkret:
- Wer war in deiner Session?
- Welche interessanten Punkte kamen auf?
- Mit wem möchtest du in Kontakt bleiben?
Dein Mut wird belohnt
Eine eigene Session anzubieten ist der beste Weg, um aus einem BarCamp das Maximum herauszuholen. Du positionierst dich als Experte, lernst durch die Diskussion selbst dazu und knüpfst echte Kontakte zu Menschen, die sich für dein Thema interessieren.
Also: Trau dich, melde dich bei der Sessionplanung und teile dein Wissen. Die anderen Teilnehmenden werden es dir danken - und du wirst überrascht sein, wie viel du selbst dabei lernst.
Deine erste Session wartet auf dich!
Du möchtest bei deinem ersten BarCamp eine eigene Session anbieten, aber weißt nicht wie? Hier bekommst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung - vom richtigen Thema bis zu meinem persönlichen Networking-Geheimnis mit dem Notizbuch-System.
Du überlegst noch, ob ein BarCamp wirklich das Richtige für dich ist? In meinem Artikel "Mein erstes BarCamp: Was ich gelernt habe und du wissen solltest" teile ich meine ehrlichen Erfahrungen - von der anfänglichen Nervosität bis zu den konkreten Business-Erfolgen, die daraus entstanden sind.